Die östlich stark ansteigende Erthaler Straße hieß in älterer Zeit „Mainzer Straße“. Der heutige Name verweist auf die politisch bedeutsame und begüterte Adelsfamilie von Erthal.

Die jetzige östliche Baugrenze stimmt nahezu mit dem Standort der spätmittelalterlichen „Thalpforte“ überein, die einst den Weg Richtung Finthen/Mainz regulierte. Bei dem Haus Erthaler Str. 26 ist ein kurzer Abschnitt der Befestigungsmauer fast in voller Höhe erhalten.

Bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts erinnerte hier noch ein mächtiger ausgehöhlter Pappeltorso – mundartlich „dicker oder auch Belleboom“ (Belle=Pappel) – an ein besonders furchtbares Unwetter am 29. Juni 1730, dessen Folgeschäden noch weit über die von 1872 hinausgingen. Der Chronist berichtet, dass den vom Plateau des Mainzer Berges heranstürzenden Schlamm- und Geröllmassen während nur einer Stunde im Ort 16 Menschenleben, unzähliges Vieh und mehr als 30 Gebäude zum Opfer fielen. Hinzu kamen verheerende Schäden in der Gemarkung. Eindrucksvolles Zeugnis blieb im Oberlauf des Grabens ein etwa 10 m tiefer und fast 800 m langer Erdriss, der in geringerer Tiefe hier hinter der kleinen Betonbrücke in den nördlichen Verlauf des ehemaligen Wehrsystems übergeht und, Effengraben“ genannt, mit seinem dicht verwilderten Rüsterbestand eine letzte unüberwindliche Partie bildet.