Startpunkt mittelalterliche Befestigungsanlage

Die mittelalterliche Befestigungsanlage aus dem frühen 14. Jahrhundert umschloss den gesamten, damals nur locker besiedelten Ort und bestand aus in einer für die kleine Ortschaft auffällig aufwendige Ringmauer mit Wehrgang, Wehrgraben und undurchdringlichem Ulmendickicht („Gebück“). Ein wahrhaft verwunschener Abschnitt hat sich am nördlichen Rand als sogenannter Effengraben (Effe = Ulme) erhalten. Dort ist beim Garten des Anwesens Obentrautstraße 3 auch ein Teilstück der Mauer in einer Höhe bis zu 3 m bewahrt. Halblinks vom Standort überquert die gepflasterte Fahrbrücke noch eine unscheinbare Rinne des einst hier zügig abfließenden Gewässers. Dort kontrollierte auch das erste von drei festen Toren, die „Niederpforte“, Richtung Selz/Ober-Ingelheim den Zugang. „Talpforte“ und „Wasempforte“ riegelten die Wegführungen Richtung Mainz und Richtung Schwabenheim ab. Im 19. Jahrhundert zumeist als günstiger Steinbruch abgetragen, existieren alle drei Tore heute nicht mehr. Sie dürften aber - ähnlich den in Ober-Ingelheim glücklicher bewahrten Bauten - in zweckmäßiger, schlichter Gotik gestaltet gewesen sein.