Die Erschließung des östlich der Schwabenheimer Straße (B 428) gelegenen Ortsteils setzte erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein. Zu den frühesten Bauten gehört die Turnhalle von 1893 (Obentrautstr. 42), deren anspruchsvolle Fassadengestaltung ein für die aufstrebende Gemeinde sehr charakteristisches Beispiel gründerzeitlicher Baugattung darstellt.
1904 erfolgte durch die Einrichtung der Selztalbahn eine weitere wichtige wirtschaftliche Anbindung des Hinterlandes an Ingelheim und den Frei-Weinheimer Rheinhafen. Bis zur Stilllegung 1954 diente sie dem Personen- und Güterverkehr. Ihr häufiger Einsatz für den Transport von Zuckerrüben brachte den freundlichen Beinamen „Zuckerlottchen“ ein.
Während ein großer Teil der alten Trasse inzwischen als Fuß- oder Radweg genutzt wird, befinden sich die ehemaligen Bahnhofsgebäude hier heute in privatem Besitz. Trotz notwendiger Renovierungen wurden die konstruktiven Proportionen und Formelemente, aber auch die Auswahl der ursprünglichen Materialen nicht verändert. Damit bleibt der beschauliche Eindruck dieser ländlich-typischen Kleinbahnstation mit ihrem dazugehörigen Schuppen vorbildlich gewahrt.
