Ohrenbrücker Tor am Abend 1, © Rainer Oppenheimer© Rainer Oppenheimer
Ohrenbrücker Tor, © Marco Manchinu© Marco Manchinu
Ohrenbrücker Tor, © Marco Manchinu© Marco Manchinu
Ohrenbrücker Tor am Abend 1, © Rainer Oppenheimer© Rainer Oppenheimer

Von dem 1381 erstmals erwähnten Ohrenbrücker Tor Richtung Westerberg/Rheinweg blieben die beiden seitlichen Befestigungstürme mit ihrem Rundbogenfriesen besonders gut erhalten. Der spitzbogige Durchlass mit Konsolen, die an eine verschwundene Pechnase erinnern, wurde erst 1964 rekonstruiert.

Über die hier teilweise stark versumpfte Selz musste für den Hauptverkehr eine Furt ausreichen, während Fußgänger einen schmalen Steg („oberer Brücke“) benutzen konnten. Seit 1908 wird die Straße um das Tor herumgeführt.

Südöstlich des Tores (Edelgasse15) befand sich das im 13. Jahrhundert für Töchter des Adels gegründete Zisterzienserinnenkloster „Engelthal“, eine reich begüterte Filiale des Klosters Eberbach (Rheingau). Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgegeben. Die Anlage fiel 1573 an die Kurpfalz, die sie als landwirtschaftliches Anwesen verpachtete. Das heutige Gehöft aus dem 18./19. Jahrhundert birgt in ihrem Grundriss noch Elemente der alten Klosteranlage und Ortsbefestigung.

Zum Kloster gehörig und 1401 erstmals erwähnt, gab es hier an der Selz einen der ältesten Ingelheimer Mühlenbetriebe, die „Engelthaler Mühle“. Die zeilenartig angeordneten Mühlengebäude zwischen dem heutigen Wohnhaus und dem Ohrenbrückertor wurden erst 1908 in Folge des Straßenausbaus abgebrochen.

Ohrenbrücker Tor © Dominik Ketz/RHT GmbH
Ohrenbrücker Tor am Abend 1 © Rainer Oppenheimer
Ohrenbrücker Tor am Abend © Rainer Oppenheimer/Stadt Ingelheim